Was hält die Seele gesund?
Gute Gefühle in schwierigen Zeiten
01.12.2007 09.00 - 17.00 Uhr
Lebenslust, Sinn, Vertrauen, Kraft, Zuversicht, Gelassenheit, Geborgenheit - wer möchte das nicht in seinem Leben erfahren? Doch zwischen diesem Wunsch und der Alltagswirklichkeit besteht oft eine Kluft. Nicht nur empfinden wir häufig schmerzlich einen Mangel an "Gutem" im Leben: Ängste, Stress, Kränkungen, Verlusterfahrungen, psychischer Ballast, physische Einschränkungen und Erkrankungen reduzieren das eigene Wohlbefinden bisweilen beträchtlich.
Die seelische (psychische) Befindlichkeit bestimmt ganz wesentlich unsere Gesundheit und unsere Fähigkeit trotz widriger Lebensumstände ein produktives und erfülltes Leben zu führen. Wie wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, sind emotionale Prozesse mit Hirnfunktionen verknüpft. So sind auch psychische Störungen und psychosomatische Erkrankungen biologisch, sozial und seelisch bedingt. Seelische Faktoren bestimmen zu einem erheblichen Teil Erkrankungen oder Krankheitsverläufe mit.
Wie aber können wir unsere seelische Gesundheit stärken? Was macht die Psyche gesund, was macht sie krank? Wie können wir an belastenden Erfahrungen wachsen? Was gibt uns in schwierigen Zeiten Schutz? Wie können wir in schweren Krisen und trotz schmerzhafter Verlusterfahrungen dem Leben immer wieder neu vertrauen? Welche Bedeutung haben Erfahrungen des Scheiterns, der Niederlage in unserem Leben? Wie können wir das Gute in unserem Leben stärken und wie können wir belastbarer werden? Wie können wir Ermutigung erfahren und andere ermutigen? Wie können wir uns besser verstehen und unsere Gefühle in ihrer wegweisenden Kraft erkennen? Was kann ein Mensch an Kräften und Eigenschaften mobilisieren, um sich gegenüber bedrückenden Umständen, gegenüber dem Einbruch einer chronischen, schweren, vielleicht l ebensbedrohlichen Krankheit in sein Leben zu behaupten?
Die menschliche Psyche ist weitaus widerstandfähiger als häufig gedacht. Unsere Seele verfügt über oft unterschätzte Ressourcen und Stärken. Ressourcenorientierte psychologische Ansätze (Salutogenese, Resilienz, Gesundheitspsychologie, Stressforschung) haben in jüngster Zeit ermutigende Erkenntnisse zur Frage erarbeitet, wie wir trotz widriger Lebensumstände ein produktives und erfülltes Leben führen können. Sie ergänzen und verbinden sich mit den klassischen psychoanalytischen und - therapeutischen Ansätzen.
An der Tagung werden Ergebnisse der Resilienzforschung und der ressourcenorientierten Psychologie ebenso vorgestellt wie verschiedene psychotherapeutische Ansätze. Berücksichtigt werden zudem psychosomatische, entwicklungspsychologische und systemische Aspekte sowie Beiträge aus der Bindungs- und Emotionspsychologie.
Wir laden Sie herzlich ein!
Matthias Mettner, Forum Gesundheit und Medizin
- 09.00 Was ist psychische Gesundheit? Was ist unter Heilung zu verstehen?
Begrüssung und Einführung
Matthias Mettner, Zürich Tagungsleitung und Moderation - 09.15 Die Kraft der Ermutigung
Grundlagen und Beispiele zur Hilfe und Selbsthilfe
Vortrag mit Gespräch von Prof. Dr. Jürg Frick, Zürich - 10.30 Pause
- 10.50 Dem Leben vertrauen - Emotionen, die das Leben intensiver machen
Vortrag mit Gespräch von Prof. Dr. Dr. Ingrid Riedel, Konstanz - 12.00 Greifen negative Gefühle die seelische Gesundheitan?
Vortrag mit Gespräch von Dr. Alice Holzhey-Kunz, Zürich - 13.00 Mittagessen
- 14.00 Patientenkompetenz
Die Wiederentdeckung des Patienten im 21. Jahrhundert
Vortrag mit Gespräch von Prof. Dr. med. Gerd Nagel, Männedorf - 15.15 Pause
- 15.40 Das Haben verringern und im Sein wachsen Von Wandel und Entwicklung in der zweiten Lebenshälfte und von den Lebenskräften des Alters
Vortrag mit Gespräch von Prof. Dr. Andreas Kruse, Heidelberg - 17.00 ca. Schluss der Tagung
Zielpublikum:
Die Tagung ist öffentlich. Sie wendet sich an alle persönlich interessierten Frauen und Männer, an Fachpersonen und AkteurInnen im Gesundheits-, Sozial- und Beratungsbereich sowie in der Seelsorge tätige Frauen und Männer: Ärztinnen und Ärzte, Psychotherapeutinnen und –therapeuten, SeelsorgerInnen und PsychologInnen, SozialarbeiterInnen und andere Fachpersonen.
ReferentInnen / Mitwirkende:
Jürg Frick
Prof. Dr.; Dozent für Entwicklungspsychologie und Berater an der Pädagogischen Hochschule
Zürich; als Psychologe FSP in der Weiterbildung engagiert; langjährige Beratungs- und
Kurstätigkeit, Vorträge; diverse Bücher und Fachartikel, u.a.: Pädagogische
Theorie und Praxis bei Bertrand Russell (1990), Intrapsychische Bereitschaften und
Gehorsamsprozesse (1994), Das Ende einer Illusion. Denkanstösse zu Ethik und
Pädagogik der Bibel (1999); Die Droge Verwöhnung. Beispiele, Folgen, Alternativen
(2001); Ich mag dich - du nervst mich. Geschwister und ihre Bedeutung für das Leben
(2004). Die Kraft der Ermutigung. Grundlagen und Beispiele zur Hilfe und Selbsthilfe (2007
Andreas Kruse
Prof. Dr. phil.; Studium der Psychologie, Philosophie und Musik; seit 1997
Professor und Direktor des Instituts für Gerontologie, Ruprecht-Karls-
Universität Heidelberg; Mitglied der Sachverständigenkommission der
deutschen Bundesregierung, Vorsitzender zum Fünften Altenbericht
(2005); Gastprofessuren an den Universitäten von Jerusalem, Kopenhagen, Lund;
Autor und Herausgeber der Bücher und Standardwerke, u.a.:
Psychologie der Lebensalter (1995 ff.); Psychologische Perspektiven der
modernen Gerontologie; Psychosoziale Gerontologie (2 Bände, 1998);
Lehrbuch der Gerontopsychosomatik und Alterspsychotherapie
(2000); Enzyklopädie der Gerontologie (2004); Das letzte Lebensjahr.
Zur körperlichen, psychischen und sozialen Situation des alten Menschen am Ende seines Lebens (2007).
Alice Holzhey-Kunz
Dr. phil.; Studium der Geschichte und Philosophie, Ausbildung am Daseinsanalytischen Institut für
Psychotherapie und Psychosomatik; seit 1975 Daseinsanalytische Psychotherapeutin in eigener Praxis in
Zürich; Präsidentin der Gesellschaft für hermeneutische Anthropologie und Daseinsanalyse
(GAD); Co-Leiterin des Daseinsanalytischen Seminars Zürich (DaS) /; zahlreiche Publikationen zur
Weiterentwicklung der daseinsanalytischen Theorie und zum Verständnis seelischer Leiden;
Autorin der Bücher Leiden am Dasein. Die Daseinsanalyse und die Aufgabe
einer Hermeneutik psychopathologischer Phänomene (2001); Das
Subjekt in der Kur. Über die Bedingungen in der psychoanalytischen
Psychotherapie (2002); Lehrbuch zur Daseinsanalyse im Fakultas- Verlag UTB (Herbst 2007).
Matthias Mettner
Studium der Sozial- und Gesundheitswissenschaften, Theologie und im
Nebenfach Psychologie; Studien- und Geschäftleiter der Weiterbildungsinstitution "Palliative
Care und Organisationsethik - Interdisziplinäre Weiterbildung CH" für
Fach- und Berufsgruppen im Gesundheitswesen und geschäftsführender Gesellschafter des 2007
gegründeten "Forums Gesundheit und Medizin"; seit 1993 Dozent in der beruflichen
Weiterbildung für Fach- und Berufsgruppen des Gesundheitswesens; Autor und Herausgeber
der Bücher Wie wir trauern - was uns tröstet. Trauer als lebendiger
Prozess (2008), Wie menschenwürdig sterben? (2003) und Wie ich
sterben will. Autonomie, Abhängigkeit und Selbstverantwortung am
Lebensende (2003; hrsg. gemeinsam mit R. Schmitt-Mannhart).
Gerd Nagel
Prof. Dr. med.; nach dem Studium der Medizin an den Universitäten
Zürich, Marburg, Wien und München Spezialisierung im Fachgebiet Krebsmedizin; während
vieler Jahre Präsident der Deutschen Krebsgesellschaft;
1993 - 2003 Wissenschaftlicher Direktor der von ihm gegründeten Klinik
für Tumorbiologie an der Universität Freiburg i.Br.; Gründung und Leitung
der Stiftungen Patientenkompetenz in Deutschland und der Schweiz; heute Führung der Beratungspraxis
für Patientenkompetenz und Komplementärmedizin in Zürich; zahlreiche wissenschaftliche
Publikationen, u.a. Was kann ich selbst für mich tun - Patientenkompetenz in der modernen
Medizin.
Ingrid Riedel
Prof. Dr. Dr. Diplom-Psychologin; Psychotherapeutin in Konstanz, Dozentin und Lehranalytikerin am
C. G. Jung-Institut in Zürich und Honorarprofessorin für Religionspsychologie an der
Universität Frankfurt am Main. Autorin zahlreicher Bücher, u.a.: Die Welt von innen sehen
(2007); Beseelte Orte; Bilder in Psychotherapie, Kunst und Religion. Ein Schlüs-
sel zur Interpretation; Farben - In Religion, Gesellschaft, Kunst und
Psychotherapie; Formen - Kreis, Kreuz, Dreieck, Spirale und Mandala;
Frau Holle. Wie aus der ungeliebten Tochter eine starke Frau wird;
Hildegard von Bingen. Prophetin der kosmischen Weisheit - Hexe oder
Heilige?; Träume - Wegweise in neue Lebensphasen; Wechseljahre.
Sich selbst und dem Leben eine neue Richtung geben.
Ort:
Kongresshaus Zürich, Kammermusiksaal,
Gotthardstrasse 5,
8002 Zürich
Teilnahmegebühr :
- Tagungsgebühr A CHF 160.-
- Tagungsgebühr B (kleines Budget). CHF 120.-
- Tagungsgebühr C (Doppeleintritt für Paare). CHF 120.-/ Person
- inklusive Gipfeli und Pausengetränke
- Zum Mittag / Stehlunch CHF 30,-