Öffentliche Tagung

Tagesseminare

Schätze des Alters

02., 16., 23. und 30. September 2026
Jeweils Mittwoch, 09.00 – 16.30 Uhr

Vertiefung des Erlebens

Schöpferische Kräfte in später Freiheit

Übernahme neuer Verantwortung

Wachstum und Transzendenz

Vier Tagesseminare mit Prof. Dr. phil. Andreas Kruse, Universität Heideberg; und Dr. phil. Matthias Mettner, Zürich

Volkshaus Zürich

Programmflyer PDF

Schätze des Alters, seelisch-geistige Errungenschaften, die im Lebenslauf eines Menschen erworben, aufgebaut, weiterentwickelt wurden, stehen im Zentrum, nicht die Verluste und Belastungen, die gemeinhin mit Alter assoziiert werden. Seelisch-geistige Schätze des Alters sind biografische Errungenschaften, die wir bei einer nur flüchtigen Betrachtung des Alters übersehen. Es ist notwendig, möglichst genau auf Erleben, Erfahrungen, Verhalten und Handeln älterer Menschen zu blicken, um die Schätze des Alters differenziert wahrzunehmen und auch zu nutzen – was in unserer Gesellschaft und Kultur zu selten geschieht.

Wir laden Sie herzlich ein!
Prof. Dr. phil. Andreas Kruse und Dr. phil. Matthias Mettner

An den vier Tagen sollen folgende Schätze beschrieben und veranschaulicht werden; dies auch durch Bezugnahme auf persönliche Aussagen, die von Teilnehmerinnen und Teilnehmern im Seminar getroffen werden:

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Mittwoch, 2. September 2026, 09.00 – 16.30 Uhr

Vertiefung des Erlebens
Die Welt des Geistes, der Gefühle und der Ästhetik: Vertiefung des Erlebens

Die Dynamik (im Sinne von Entwicklungsfähigkeit) zeigt sich in unserem Geist (der mehr ist als das Denken und Problemlösen); und zwar in der Hinsicht, dass unsere Haltung zum Leben, unser moralisches Handeln, unser Berührtwerden durch den Anderen oder die Andere noch einmal eine deutliche Vertiefung und Erweiterung erfahren. Diese Dynamik zeigt sich in der Gefühlswelt, und zwar in der Hinsicht, dass die erlebte Nähe zu anderen Menschen (sowohl in der Partnerschaft als auch in der Freundschaft) eine noch weitere, tiefere Resonanz in uns selbst erzeugt. Diese Dynamik zeigt sich schließlich in der Ästhetik: Kunst und Kultur gewinnen noch stärkere Bedeutung für den Ausdruck emotionaler und geistiger Prozesse, werden noch wichtigere Begleiter im Leben.

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Mittwoch, 16. September 2026, 09.00 – 16.30 Uhr

Schöpferische Kräfte in später Freiheit
Zur Entdeckung und Wiederentdeckung von persönlichen Qualitäten, Fähigkeiten und Interessen

Die späte Freiheit eröffnet einen weiteren, umfassenderen Blick auf die eigene Person und Persönlichkeit. Sie stößt einerseits den Lebensrückblick, andererseits den Blick auf die Zukunft an: Das Leben wird rückwärts verstanden und vorwärts gelebt (Kierkegaard). Lebensrückblick und Zukunftsperspektive sind Grundlage für eine Standortbestimmung, emotional, geistig, handlungspraktisch, sozial: Welche persönlichen Qualitäten möchte ich stärker gewichten, inwiefern wachsen mir neue Qualitäten zu, welche Fähigkeiten und Interessen möchte ich wiederaufnehmen, vielleicht auch neu entwickeln? Hier gewinnen auch Bildungsprozesse (als weitere Impulse für die Reflexion) wachsende Bedeutung.

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Mittwoch, 23. September 2026, 09.00 – 16.30 Uhr

Neue Verantwortungsübernahme
Der Blick auf nachfolgende Generationen, auf die Gesellschaft, auf die Menschheit

Wie kann ich die späte Freiheit auch mit Blick auf andere Menschen, die Gesellschaft und die Menschheit nutzen? Der Begriff der Mit-, Gemeinwohl-, Schöpfungsverantwortung wie auch der Begriff der Generativität werden immer bedeutender: Ich möchte mein Leben „in den Dienst stellen“, möchte etwas von meinem Leben weitergeben, möchte – im positiven Sinne – einen Fußabdruck in der Welt hinterlassen. Die seelisch-geistigen, aber auch die materiellen Kräfte (Ressourcen) können und sollen vermehrt genutzt werden, um das Leben anderer Menschen zu befruchten und zu bereichern. Hier spielt auch das bürgerschaftliche Engagement eine große Rolle, welches von einem nicht geringen Anteil älterer Menschen als Sinnquelle erfahren und praktiziert wird.

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Mittwoch, 30. September 2026, 09.00 – 16.30 Uhr

Wachstum und Transzendenz
Der reife Umgang mit Grenzen und Verlusten im Leben sowie der Blick auf das Umgreifende und Numinose

Das Alter führt uns häufiger an Grenzen, konfrontiert uns häufiger mit Verlusten, als dies frühere Lebensabschnitte tun. Diese Grenzen und Verluste führen uns einmalmehr auf uns selbst zurück. Auf uns zurückgeworfen, vielleicht auch auf uns selbst gestellt zu sein, richtet emotionale und geistige Anforderungen an uns; daraus können aber zugleich Prozesse des Wachstums hervorgehen. In der Auseinandersetzung mit Grenzen kann auch die Sensibilität für das Umgreife wachsen: Wir werden empfänglicher für das, was gemeinhin das Umgreifende und Numinose genannt wird; diese Transzendenzleistung lässt sich bei älteren Menschen vielfach beobachten; sie erfordert zugleich eine erhöhte Sensibilität unserer Gesellschaft und Kultur für deren Existenz und für das Bedürfnis nach deren Verwirklichung.

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Dozentem:

Andreas Kruse
Prof. Dr. phil. Dr. h. c.; Direktor emeritus des Instituts für Gerontologie, Seniorprofessor distinctus der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg; Studium der Psychologie, Psychopathologie, Philosophie und Musik an den Universitäten Aachen und Bonn sowie an der Hochschule für Musik Köln;

Andreas Kruse ist Autor und Herausgeber zahlreicher wissenschaftlicher Standardwerke, Fach- und Sachbücher, zuletzt u. a.: Leben in wachsenden Ringen. Sinnerfülltes Alter (2023); „… der Augenblick ist mein und nehm ich den in Acht“ – Daseinsthemen und Lebenskontexte alter Menschen (hrsg. mit Eric Schmitt, 2022); Vom Leben und Sterben im Alter (2021); Lebensphase hohes Alter – Verletzlichkeit und Reife (2017); Resilienz bis ins hohe Alter – was wir von Johann Sebastian Bach lernen können (2015); Die Grenzgänge des Johann Sebastian Bach. Psychologische Einblicke (2013 ff).

Matthias Mettner
Dr. phil.; Studium der Sozial- und Gesundheitswissenschaften, der Theologie / Ethik und im Nebenstudium der Psychologie; später ‚Interdisziplinäre Gerontologie’. Dozent und Lehrbeauftragter für Palliative Care und Gerontologie; Studien- und Programmleiter von ‚Palliative Care und Organisationsethik‘ und des ‚Forums Gesundheit und Medizin’.

Matthias Mettner ist Autor und / oder Herausgeber der Bücher bzw. Beiträge in Fachpublikationen; u. a.: Schönheit, Lebendigkeit und Kraft der Seele – Über die Plastizität der menschlichen Psyche (2025); Und es kommt ein andrer Tag. Abschiednehmen und weiterleben (2021, hrsg. mit J. Sonego Mettner); Artikel ‚Trauer und Trost‘ und ‚Trauer und Spiritualität‘ (2019, Trauern. Praxishandbuch für Pflege und Palliative Care zur Begleitung trauernder Menschen, hrsg. E. Schärer-Santschi). Das eigene Leben. Jemand sein dürfen, statt etwas sein müssen (2016);

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Anmeldung

Bitte via www.gesundheitundmedizin.ch oder formlos per Mail an info@gesundheitundmedizin.ch

für die 4 Tagesseminare: Einzelpersonen, Paare und Gruppen / Person: CHF 700.- *
Die Teilnahme an ausgewählten Tagesseminare ist möglich; Tagesseminar einzeln:  CHF 220.- *

* exklusive Pausenerfrischungen und Mittagessen

Forum Gesundheit und Medizin

Bürglistrasse 19 │ 8002 Zürich │ Tel. 044 980 32 21 │ info@gesundheitundmedizin.ch │ www.gesundheitundmedizin.ch

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