Öffentliche Tagung

Tagesveranstaltung

Sterbehilfe, Suizidhilfe - ein guter Tod?

Über Selbstbestimmung und schwierige Fragen am Lebensende
Lebens- und Sterbewünsche bei schwerer Krankheit
Möglichkeiten der Palliative Care

Tagesveranstaltung
Volkshaus Zürich, Weisser Saal

Programmflyer PDF

Während früher das Sterben Schicksal war, wird es heute – aufgrund der medizinischen Fortschritte – zunehmend zum Gegenstand eigenen oder stellvertretenden Entscheidens. Allerdings sind mit dem Verlangen nach „selbstbestimmtem Sterben“ fast immer schwierige medizinische und existenzielle Fragen verbunden. So sehr sich die Forderung nach einem «selbstbestimmtem Sterben» und das „Recht auf den eigenen Tod“ zumindest rechtlich durchgesetzt hat, empfinden Betroffene nicht selten eine starke Ambivalenz, ein gleichzeitiges Bestehen widersprüchlicher Gefühle und Gedanken zu Lebenswünschen und Sterbewünschen. Der Wunsch nach Selbstbestimmung bis zuletzt bedeutet nicht selten eine Überforderung in der Frage von Behandlungsmöglichkeiten und -zielen sowie Lebenszielen und -prioritäten.

Die Möglichkeit des assistierten Suizids und die Tätigkeiten von Organisationen wie EXIT finden heute eine hohe Akzeptanz in der Bevölkerung. Wie immer diese Entwicklung bewertet wird, gemäss dem Bundesamt für Statistik ist die Zahl der Suizide rückläufig, während gleichzeitig die assistierten Suizide zunehmen sind. Auffallend sind dabei zwei Trends: zum einen lag bei rund einem Drittel der organisierten Suizidbeihilfe keine tödliche Krankheit vor; zum anderen ist das Durchschnittsalter bei der Durchführung einer Hilfe zur Selbsttötung gestiegen. Anzunehmen ist, dass hierbei neben den persönlichen Wertvorstellungen soziale Gründe für die Inanspruchnahme organisierter Suizidhilfe eine Rolle spielen: die Angst vor Langzeitpflegebedürftigkeit, Kontrollverlust, Immobilität, Abhängigkeit, ein empfundener Würdeverlust.

Ärzt*innen in der Palliative Care weisen darauf hin, dass sich Leid am Lebensende in den allermeisten Fällen lindern lässt und ein ruhiger, und friedlicher Tod möglich ist. Was sind Voraussetzungen einer guten letzten Lebenszeit? Was kann die Palliative Care leisten, bei der der Respekt vor der Würde und der Autonomie sowie den Prioritäten der Patient*innen zentral ist? Was gilt es beim Thema Sterbehilfe, Suizidhilfe zu bedenken?

Wir laden Sie herzlich ein!    Dr. phil. Matthias Mettner

Fragen und Themen der Vorträge, Voten und Diskussionen

  • Der Respekt vor der Würde und Autonomie, Verletzlichkeit und Einzigartigkeit
  • Sterben wie ich will? Lebens- und Sterbewünsche bei subjektiv erlebtem unerträglichen Leiden
  • Selbstbestimmung zwischen Wunsch, Überforderung und Illusion
  • Voraussetzungen einer guten letzten Lebenszeit und Aspekte eines guten Todes
  • Sterben zulassen, dürfen oder Futility – Grenzen der Sinnhaftigkeit in der Behandlung
  • Wie frei ist der „Altersfreitod“?
  • Wie mit Menschen in schwieriger Krankheitssituation und am Lebensende über das Sterben sprechen?
  • „Ganz Mensch“ bist zuletzt: Von „guten Mächten“, Bindekräften des Lebens, Ruhe und menschlichem Beistand am Lebensende

Andreas Kruse | Prof. Dr. phil. Dr. h. c.; Direktor emeritus des Instituts für Gerontologie, Seniorprofessor distinctus der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg.

Roland Kunz | Dr. med., Facharzt FMH für Allgemeine Innere Medizin spez. Geriatrie und Palliative Care; ehemaliger Chefarzt der Klink für Akutgeriatrie und des Zentrums für Palliative Care, Stadtspital Zürich.

Matthias Mettner |  Dr. phil., Studien- und Programmleiter des Forums Gesundheit und Medizin sowie von Palliative Care und Organisationsethik.

Jacqueline Sonego Mettner | Pfarrerin der Evangelisch-reformierten Landeskirche des Kantons Zürich, Kirchgemeinde Stadt Zürich.

 

Anmeldung

Bitte via www.gesundheitundmedizin.ch oder formlos per Mail an info@gesundheitundmedizin.ch

Teilnahmegebühr                                                                                    

für Einzelpersonen, Paare und Gruppen / Person: CHF 50.- *;  exklusive Pausenerfrischungen

Forum Gesundheit und Medizin

Tel. 044 980 32 21 │ info@gesundheitundmedizin.ch │ www.gesundheitundmedizin.ch; Bürglistrasse 19 │ 8002 Zürich

 

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