Vortrag - Klavierspiel - Gespräch

Vortrag – Klavierspiel – Gespräch

Durch Nacht zum Licht

Ludwig van Beethoven – ein Leben und Werk im Trotzdem
Vom „verzweiflungsvollen Zustand“ zur ‚Ode an die Freude‘

Vortrag – Klavierspiel – Gespräch
mit Prof. Dr. phil. Andreas Kruse, Universität Heidelberg
zum Beethoven-Jubiläum, dem 200. Todestag

„Wie Beethovens Leben, so ist auch seine Musik durch das dramatische ‚Durch Nacht zum Licht‘ charakterisiert; ein Prozess, der jedoch innerhalb eines langen kompositorischen Weges erst errungen werden muss.“ (Malte Korff). Vor allem die in der Musikgeschichte einzigartige sinfonische Entwicklung erreicht in Beethovens berühmter 9. Sinfonie einen Höhepunkt , die vom „verzweiflungsvollen Zustand“, wie der Komponist ihn nennt, auf einem längeren, beschwerlichen Weg zur Ode „an die Freude“ führt. Überzeugend, dass die 9. Sinfonie heute die Hymne der Europäischen Union ist und damit der grossen, menschenverschwisternden Idee musikalisch Gestalt gibt.

Beethovens menschliches Drama berührt ebenso wie seine Musik unmittelbar ins Herz trifft. Sein Gehör begann bereits in jungen Jahren zu schwinden, unmerklich zuerst, aber nach und nach immer mehr bis zu fast völliger Taubheit. Was der Komponist in jenen Jahren durchlitten hat, zeigt ergreifend jenes als ‚Heiligenstädter Testament‘ bekannt gewordene Schriftstück vom Oktober 1802, in welchem er seinen Brüdern seine seelische Not mitteilt und mit seinem Tode rechnet. Weder dieser Schicksalsschlag noch seine Depressionen, die in der Folge der Taubheit auftraten, zerstörten seinen Lebenswillen und seine Schaffenskraft. Er lebte noch 25 Jahre und schuf neben grossen Sinfonien u. a. die wunderbaren Klavierkonzerte Nr. 4 in G-Dur und Nr. 5 in Es-Dur, die Mondscheinsonate in Cis-Moll, die grossartige Missa solemnis in D-Dur.

1827 stirbt Beethoven. „Es endete ein Leben im Trotzdem: Komponieren trotz Taubheit, Lieben trotz aller Grenzen, Freude trotz Depressionen. Dieses Trotzen ist nicht immer möglich, meist nur in Momenten: die geballte Faust gegen den Tod.“; schreibt S. Beyer in ihrem Artikel „Ein Popstar wird 250 – BEETHOVEN“; wie jüngst ‚Der Spiegel‘ titelte.

Prof. Dr. Andreas Kruse wird in das Leben und Werk Ludwig van Beethovens einführen und dabei der Frage nachgehen, wie ist es diesem Komponisten gelungen, trotz schwerster Verluste, Rückschläge und Grenzsituationen sein ausserordentlich schöpferisches Potenzial zu entfalten? Was können wir von Beethoven für unseren Umgang mit Krisen und Verlusterfahrungen, für die Stärkung unserer Resilienz, für unsere Entwicklungsprozesse im Lebenslauf lernen?

Ort
Volkshaus Zürich, Weisser Saal

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