Öffentliche Tagung


Über das Tröstende und die Kraft der Hoffnung

"Ich setzte den Fuss in die Luft und sie trug"

Trost und Hoffnung:
Quellen psychischer Kraft und Lebendigkeit

Öffentliche Tagung

Der Mensch braucht Trost. Menschen suchen nach Trost, weil ihr Leben unweigerlich mit Abschied und Verlust, mit Krankheit und Tod verbunden ist: "Wir werden durchnässt / bis auf die Herzhaut" heisst es im Gedicht "Bitte" von Hilde Domin. Trost ist ein elementares Bedürfnis.

Mindestens so stark ist das Bedürfnis nach Hoffnung. Hoffnung tröstet und beflügelt. Sie verbindet mit dem Leben und ermöglicht Vertrauen in das Gute. Der französische Philosoph Marcel Gabriel (1889 – 1973) bezeichnet in seinem Werk „Hoffnung in einer zerbrochenen Welt“ die Hoffnung als die Emotion, die uns einem Licht zuwenden lässt, das noch nicht sichtbar ist.

 Der evangelische Theologe und Widerstandskämpfer Dietrich Bonhoeffer, der das Gebet „Von guten Mächten wunderbar geborgen“ im Angesicht des Todes verfasste, betonte die Kraft der Hoffnung gegen die Resignation als Willen zur Zukunft, die dem Unglück und dem Unheil den totalen Zugriff verweigert: Optimismus und Zuversicht als eine „Lebenskraft, eine Kraft der Hoffnung, wo andere resignieren, eine Kraft, den Kopf hochzuhalten, wenn alles fehlzuschlagen scheint, eine Kraft, Rückschläge zu ertragen, eine Kraft, die die Zukunft niemals dem Gegner lässt, sondern sie für sich in Anspruch nimmt.“

 Empirische Studien haben wiederholt gezeigt, dass Menschen, die eine Haltung der Hoffnung und der Sinnhaftigkeit entwickelt haben, resilienter sind, sich besser von Schicksalsschlägen und Krankheit erholen bzw. eine Lebenshaltung aufbauen können, die ein gutes Lebensgefühl und Lebensfreude trotz und mit Verlusten und krankheitsbedingten Einschränkungen ermöglicht. Alfried Längle betont die medizinische Relevanz von Hoffnung: Hoffnung ist wie ein „psychosomatisches Medikament“ und als solches zugleich Grundlage und starke Kraft für Resilienz: „Ohne Hoffnung – keine Motivation, kein Lebenswille, vermehrtes Leid und geringere Heilungschancen. Hoffnung ist für die Patienten eine zentrale Grösse in der ärztlichen Behandlung“.

Was aber ist Hoffnung? Worin besteht die geistig–seelisch–emotionale Aktivität des Hoffens als existenzieller Akt? Was kann zu ihrer Aufrechterhaltung in kritischen Lebensereignissen, was zu ihrer Stärkung und Förderung getan werden? Wie kann Hoffnung kommuniziert und kultiviert werden? Kann man Hoffnung und Zuversicht erlernen; und wenn ja, wie?

Themen u. a.

•  Annäherungen an die Trostbedürftigkeit des Menschen und die Kraft der Hoffnung

•  Hoffnung als zentrale Grösse in der Arzt-Patienten-Beziehung

•  Trost und Hoffnung in der Psychotherapie

•  Trost und Hoffnung in der Musik

•  Die geistig–seelisch–emotionale Aktivität des Hoffens als existenzieller Akt

Referentinnen und Referenten

Prof. Dr. med. Josef Jenewein, Ärztlicher Direktor Hohenegg Privatklinik am Zürichsee / Meilen; Schwerpunkt Psychosomatik; Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie

Prof. Dr. phil. Andreas Kruse, Direktor em. Institut für Gerontologie, Seniorprofessor distinctus der Universität Heidelberg

Dr. med. Roland Kunz, Facharzt für Geriatrie und Palliativmedizin, em. Chefarzt Stadtspital Zürich

Prof. Dr. med. Giovanni Maio, Institut für Ethik und Geschichte der Medizin, Universität Freiburg i. Br.

Evelyn Meining, Intendantin Mozartfest Würzburg